Bühne Europa in der Sektion FOCUS ON EUROPE

 

Wir präsentieren in der Sektion „Focus on Europe“ europäisches Arthouse-Kino, das sich mit grenzüberschreitenden Fragestellungen der heutigen Gesellschaft in Europa auseinandersetzt. Die insgesamt neun Filme laden dabei ein, mal „vor der eigenen Tür zu kehren“:

So bietet zum Beispiel die Dokumentation WIE BOJEN IM MEER einen Einblick in das Leben einer Clique junger Griechinnen vor dem Hintergrund der anhaltenden Wirtschaftskrise. Inmitten dieses griechischen Schuldendramas sehen sich die fünf Frauen auch mit ganz persönlichen Krisen konfrontiert. Und auch die in Deutschland geborene Regisseurin befindet sich plötzlich in der griechischen Alltagsrealität.

Wie Bojen im Meer

Im spannenden Drama THE LEVELLING muss sich die Figur von „Game of Thrones“-Darstellerin Ellie Kendrick wieder mit ihrem Vater versöhnen, um mit ihm zusammen sowohl eine persönliche als auch eine gesellschaftliche Tragödie bewältigen. Regisseurin und Drehbuchautorin Hope Dickson Leach kreiert dabei für ihr Kinodebüt zwei glaubhafte und in ihrer Starrköpfigkeit sympathische Figuren. Neben ihnen ist vor allem die spärlich gesäte, aber dafür umso effektvoller eingesetzte Musik von Hutch Demouilpied ein Garant für die fesselnde Atmosphäre des Dramas.

The Levelling

LIEBE AUF SIBIRISCH – OHNE EHEMANN BIST DU KEINE FRAU folgt der Dokumentarfilmerin Olga Delane in ihr Heimatdorf in Sibirien. Nachdem sie 20 Jahre in Berlin gelebt hat, prallen nun progressive und konservative Geschlechter- und Liebesvorstellungen aufeinander. Mit universalen Fragen wie „Was bedeuten euch Frauen?“, „Was ist Freiheit?“, „Was ist Liebe?“ will sie herausfinden, was Glück, Romantik und Selbstbestimmung in einer ruralen Gesellschaft bedeuten. Dabei entstanden sind humorvolle Momentaufnahme aus dem bäuerlichen Liebesleben Sibiriens.

Liebe auf Sibirisch

Mit mehr Humor aber nicht minder bissig zeigt sich die kroatisch-dänische Koproduktion QUIT STARING AT MY PLATE, in der die 24-jährige Marijana hin- und hergerissen ist zwischen Pflichtgefühlen gegenüber ihrer Familie und ihrem eigenen Verlangen nach Selbstbestimmung. Gezeigt wird eine lebensbejahende Erkundungstour durch die Welt einer Frau, die am Scheidepunkt ihres Lebens lernt, nicht nur andere, sondern auch sich selbst zu sehen.

Quit Staring At My Plate

Für den abstrakteren Geschmack zeigt das FilmFest 8:30, die visuell berauschende Irrfahrt eines Mannes in den Surrealismus, der es an Globalisierungs- und Digitalisierungskritik nicht mangelt. Laura Nasmyth’s Langfilmdebüt besticht durch eigentümliche Ästhetik. Jedes der Bilder birgt satirischen Charakter und der Film ist experimentell bis zum Schluss.

8:30

Trotz oft ernster Themen strotzt das Programm vor Charme und Charakter und lockt außerdem mit zahlreichen Gästen. So sind Regisseurin Stella und Darstellerin Irene Drossa für „Bojen im Meer“, Regisseurin Olga Delane für „Liebe auf Sibirisch – ohne Ehemann bist du keine Frau“, Darsteller Niksa Butijer für „Quit Staring At My Plate“ und Regisseurin Laura Nasmyth für „8:30“ angekündigt.

In der Sektion FOCUS ON EUROPE wird bereits zum 5. Mal der PUBLIKUMSPREIS vergeben. Die ZuschauerInnen dürfen mit Hilfe von Stimmkarten entscheiden, welcher der neun Filme der Sektion sie überzeugt hat und bestimmen somit den Sieger des Publikumspreis. Dieser ist mit 2.500 Euro dotiert und wird von der Kampagne „Mobil-E Zukunft“ gestiftet.

Die genauen Spielzeiten sowie alle weiteren Informationen rund um die neun Filme sind hier zu finden.