„Sharqiya“ und „The Tiniest Place“ gewinnen den Friedensfilmpreis

Der mit 5.000 Euro dotierte Friedensfilmpreis des 27. Unabhängigen FilmFest Osnabrück geht zu gleichen Teilen an den israelischen Spielfilm „Sharqiya“ und an die Dokumentation „The Tiniest Place“ aus Mexiko. „Sharqiya“, der Debütfilm des in Israel geborenen Regisseurs Ami Livne, erzählt in faszinierenden Wüstenbildern von einem Beduinen, der gegen die Räumung seiner Siedlung kämpft. In „The Tiniest Place“ porträtiert die mexikanische Regisseurin Tatiana Huezo Sánchez ein kleines Dorf, das während des Bürgerkriegs in El Salvador zerstört wurde. Die Jury hob an „Sharqiya“ die „reduzierten kinematographischen Mittel“ und die Fähigkeit, „sich von der überhitzten Debatte“ um die Beduinen in der Naqab-Wüste zu lösen, hervor. "The Tiniest Place" lobt die Jury als "Tragödie inmitten der Natur", die Menschen im Kampf um ein würdevolles Leben zeige. Zur Jury des Friedensfilmpreises zählen die Verleiherin Irit Neidhardt, der Schauspieler Michael Schenk sowie der paraguayische Regisseur Enrique Collar. Der Friedensfilmpreis der Stadt Osnabrück wird von der VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland und der Volksbank Osnabrück gestiftet.


Die Hauptgewinner des Festivals, „Sharqiya“ und „The Tiniest Place“, werden im Rahmen der Feierlichkeiten zum Osnabrücker Friedenstag am kommenden Dienstag, den 16. Oktober, um 20 Uhr in der Lagerhalle, Rolandsmauer 26, noch einmal gezeigt.

„Kauwboy“ aus den Niederlanden gewinnt den mit 2.000 Euro dotierten Filmpreis für Kinderrechte. Regisseur Boudewijn Koole erzählt die Geschichte eines Zehnjährigen, der ein Dohlenküken großzieht, und wurde dafür bereits von den Niederlanden für die kommende Oscar-Verleihung vorgeschlagen. Die Jury im Alter zwischen 14 und 20 Jahren begründete ihre Entscheidung damit, dass „Kauwboy“ hervorragend darstelle, „dass Kinder ein Recht auf ein geborgenes Zuhause haben – aber auch auf die Bewältigung von Schicksalsschlägen und familiären Problemen“. Gestiftet wird der Filmpreis für Kinderrechte vom Fachbereich, Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Osnabrück.

Die deutsche Regisseurin Britt Beyer erhält für „Werden Sie Deutscher“, eine Dokumentation über Integrationskurse in Berlin, den mit 1.000 Euro dotierten Ernst-Weber-Filmpreis des 27. FilmFest Osnabrück. Laut Jury gelinge es der Regisseurin überzeugend, „die Schicksale von Menschen unterschiedlicher nationaler und sozialer Herkunft darzustellen“ und Denkanstöße zu liefern, was deutsche Kultur ausmacht. Gestiftet wird die Auszeichnung vom Ernst Weber-Fonds.

Der Publikumspreis für den besten Kurzfilm, dotiert mit 500 Euro und gestiftet vom Studierendenparlament der Universität Osnabrück, geht an „I have a boat“ von Nathan Nill. Die lakonische Erzählung aus dem Liebesleben eines Krabbenfischers war klarer Zuschauerfavorit auf dem 27. FilmFest Osnabrück. Der Kurzfilm „Ferngesteuert“ von Hendrik Maximilian Schmitt erhält den mit 1.000 Euro dotierten Filmpreis für Zivilcourage, gestiftet vom Landkreis Osnabrück. „Ferngesteuert“ schildert den Konflikt eines jungen Mannes, der sich aus dem Umfeld seiner ausländerfeindlichen Clique befreien will. „Wir finden es gut, dass die Hauptperson ihre Meinung ändert und einsieht, einen Fehler gemacht zu haben. Er tut das Richtige, obwohl es für ihn negative Konsequenzen hat“, schreibt die Jury in ihrer Begründung.

Das 27. FilmFest Osnabrück findet mit Unterstützung der Stadt Osnabrück, mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur statt. Förderer sind auch die VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland, die Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung, der Landschaftsverband Osnabrücker Land, die Volksbank Osnabrück, der Landkreis Osnabrück und das Studierendenparlament der Universität Osnabrück. In Kooperation mit der Stiftung Leben und Umwelt und dem Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland (KjF). Gefördert vom Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) und vom Katholischen Fond.

 

Musik Preisverleihung: Patrick Pagendarm


 

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Udo Herz (Volksbank Osnabrück), Michael Schenk, Irit Neidhardt, Enrique Collar (Jury des Friedensfilmpreises), Florian Vollmers (FilmFest Osnabrück), Foto: Kerstin Hehmann

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Rita-Maria Rzyski (Stadträtin der Stadt Osnabrück), Boudewijn Koole (Regie "Kauwboy") und die Jury des Filmpreises für Kinderrechte (Foto: Kerstin Hehmann)

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Niklas Timmermann, Präsident des Studierendenparlamentes, übergibt den Preis für den besten Kurzfilm an Nathan Nill und Mathieu Miville für I have a boat. Links: Moderatorin Kirsten Schuhmann (Foto: Kerstin Hehmann)

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Die Jury des Friedensfilmpreises: Michael Schenk, Irit Neidhardt, Enrique Collar (Foto: Kerstin Hehmann)

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Britt Beyer erhält den Ernst Weber-Filmpreis für "Werden Sie Deutscher", von links: Britt Beyer, Sara John, Alice Graschtat, Bernd Käsebier (Foto: Kerstin Hehmann)

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Die Jury des Filmpreises für Zivilcourage mit Dr. Susanne von Garrel, Landkreis Osnabrück, und dem Gewinner Hendrik Maximilian Schmitt (Regie: Ferngesteuert / Controlled), Foto: Kerstin Hehmann)

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Gewinner und Jurys des 27. Unabhängigen FilmFest Osnabrück (Foto: Kerstin Hehmann)

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