Mit einem leichten Anstieg der Besucherzahlen, begeisterten Gästen aus der internationalen Filmbranche und einer ungewöhnlichen Juryentscheidung ist das 27. Unabhängige FilmFest Osnabrück zu Ende gegangen: Der mit 5.000 Euro dotierte Friedensfilmpreis des Festivals ging zu gleichen Teilen an den israelischen Spielfilm "Sharqiya"und an die Dokumentation "The Tiniest Place" aus Mexiko. "Sharqiya", der Debütfilm des in Israel geborenen Regisseurs Ami Livne, erzählt in faszinierenden Wüstenbildern von einem Beduinen, der gegen die Räumung seiner Siedlung kämpft. Die Jury hob die „reduzierten kinematographischen Mittel“ und die Fähigkeit, „sich von der überhitzten Debatte“ um die Beduinen in der Naqab-Wüste zu lösen, hervor. „Ich hoffe, dass diese Auszeichnung dazu beiträgt, dass mehr Menschen auf die Situation der Beduinen aufmerksam werden“, gab Ami Livne, Regisseur von "Sharqiya", aus Isreal bekannt.
Mehr Zuschauer und ein doppelter Preisgewinner beim 27. FilmFest Osnabrück

Besucherandrang in der Lagerhalle
In "The Tiniest Place" porträtiert die mexikanische Regisseurin Tatiana Huezo Sánchez ein kleines Dorf, das während des Bürgerkriegs in El Salvador zerstört wurde. "The Tiniest Place" lobte die Jury als „Tragödie inmitten der Natur“, die Menschen im Kampf um ein würdevolles Leben zeige. Regisseurin Tatiana Ixquic Huezo Sánchez betonte: “Der Friedensfilmpreis bedeutet mir und auch den Bewohnern des im Film porträtierten Dorfes sehr viel.” Zur Jury des Friedensfilmpreises zählten die Verleiherin Irit Neidhardt, der Schauspieler Michael Schenk sowie der paraguayische Regisseur Enrique Collar.

Die Jury des Friedensfilmpreises: Michael Schenk, Irit Neidhardt, Enrique Collar
Der niederländische Regisseur Boudewijn Koole nahm für "Kauwboy" den mit 2.000 Euro dotierten Filmpreis für Kinderrechte entgegen. „Dieser Preis ist mir vor allem deshalb so wichtig, weil er von einer jungen Jury vergeben wird“, sagte Koole auf der Preisverleihung in der Osnabrücker Lagerhalle. "Kauwboy" erzählt die Geschichte eines Zehnjährigen, der ein Dohlenküken großzieht, und wurde dafür bereits von den Niederlanden für die kommende Oscar-Verleihung vorgeschlagen. Die Jury im Alter zwischen 14 und 20 Jahren begründete ihre Entscheidung damit, dass "Kauwboy" hervorragend darstelle, „dass Kinder ein Recht auf ein geborgenes Zuhause haben – aber auch auf die Bewältigung von Schicksalsschlägen und familiären Problemen“.

Boudewijn Koole nimmt den Filmpreis für Kinderrechte für "Kauwboy" entgegen.

Festivalleiter Florian Vollmers mit der Regisseurin des Eröffnungsfilmes Anja Salomonowitz.

Laurent Hasse, Regisseur von "Glück ... Das gelobte Land" war einer der zahlreichen Gäste des 27. FilmFest.
