und beeindruckende Vielschichtigkeit geprägt sind. Daneben lässt sich beobachten, dass die jungen Filmemacher vermehrt in Ländern beheimatet sind, die nicht aus der Reihe der ‚klassischen Filmnationen’ Brasilien, Mexiko und Argentinien stammen.
Leider lassen sich diese überaus interessanten Entwicklungen hierzulande nur auf wenigen Festivals und noch seltener in den Kinos nachverfolgen. Mit dem Fenster „Vistas Latinas“ möchte das UNABHÄNGIGE FILMFEST OSNABRÜCK Einblicke in die Lebendigkeit dieses filmischen Kontinents bieten, wozu nicht allein, aber immer wieder der kritische Blick auf die dortigen sozialen, politischen oder kulturellen Realitäten gehört.
Den Anfang machen in diesem Jahr die Spielfilme „Turistas“ (Touristen), „Dioses“ (Götter), „La teta asustada“ (Eine Perle Ewigkeit), „Parque vía“ und „Terra vermelha“ (Birdwatchers). Sie stammen von jungen Regisseuren aus Chile, Peru und Mexiko sowie von dem seit „Garage Olimpo“ („Junta“, 1999) international geschätzten Italoargentinier Marco Bechis, der diesmal das Kameraauge auf Brasilien richtet. Thematisch wie ästhetisch spannen die Filme einen weiten Bogen: von der Kritik bestehender Verhältnisse bis hin zur präzisen psychologischen Beobachtung, von mit Kontrasten arbeitender Erzählweise bis hin zu symbolreich-üppiger Bildsprache. Ergänzt wird das Sektionsprogramm von den außerhalb dieser Reihe laufenden Dokumentationen „Los herederos“ (Die Erben) und „Puisque nous sommes nés“ (Weil wir geboren worden sind), welche sich auf sehr einfühlsame und nachdrückliche Weise mit den schwierigen Lebensumständen von Kindern in Mexiko und Brasilien beschäftigen.
Seit dem Schwinden der Solidaritätsbewegung am Ende der 1980er Jahre ist das Lateinamerikainteresse hierzulande deutlich zurückgegangen. Dabei bleiben zahlreiche Probleme des Kontinents wie die erheblichen sozialen Verwerfungen oder Fragen der Ökologie nach wie vor ungelöst. Auch bemerkenswert positive Entwicklungen werden hierzulande – wenn überhaupt – oft nur als Randnotiz in der Informationsflut wahrgenommen. Anlass genug für das FilmFest, ein neues Fenster für den lateinamerikanischen Film zu öffnen.
Im November (10. -15.) präsentiert auch das filmfest Braunschweig erstmals einen Schwerpunkt zum neuen lateinamerikanischen Kino. Die Kollegen aus Braunschweig blicken besonders auf das kubanische Filmschaffen. Ausführliche Informationen zum Programm ab Mitte Oktober unter www.filmfest-braunschweig.de








