Die Preisträger 2008


Eren Önsöz
Klemens Winter
Barbara Grokenberger

Friedensfilmpreis geht an Shahida - Brides of Allah

„And the winner is…Natalie Assouline“ hieß es beim 23. Unabhängigen FilmFest Osnabrück, als am Sonntagabend des 12. Oktober der Friedensfilmpreis der Stadt Osnabrück verliehen wurde. Die junge israelische Regisseurin bekam die renommierte Auszeichnung für ihren Film „Shahida – Brides of Allah“, in dem sie Palästinenserinnen portraitiert, die wegen Beteiligung an Selbstmordattentaten hohe Gefängnisstrafen absitzen.

Den Filmpreis für Kinderrechte nahm Uli Kick entgegen, der mit seinem Film „Klassenkampf“ einen engagierten Beitrag zum Thema Schulsystem und Bildungsmisere ablieferte. Für den 12-minütigen Beitrag „Antje und wir“ bekam der Filmemacher Felix Stienz den Publikumspreis für den besten Kurzfilm überreicht.

Während der festlichen Preisverleihung fand die Jury des Friedensfilmpreises anerkennende Worte für den Film Natalie Assoulines: „Die Portraits der im Gefängnis einsitzenden Palästinenserinnen hat Nathalie Assouline zu einem atmosphärisch gelungenen Kammerspiel verdichtet. Sie gewann das Vertrauen der Portraitierten und ließ diese über ihre Motive berichten, was für die israelische Regisseurin nicht leicht zu verkraften gewesen sein dürfte. Auch dadurch vermittelt der Film Hoffnung: Hier entsteht Nähe, die Verstehen bedeuten könnte.“ Voller Lob für den Mut der Regisseurin fügten die Juroren hinzu: „Für uns ist der unerschrockene Gang dieser Filmemacherin in den Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses – zu den offiziellen israelischen Staatsfeinden - ein Schritt zum Frieden.“
Clemens Winter, Vorstandssprecher der Volksbank Osnabrück eG, freute sich, den mit 5.000 Euro dotierten Preis überreichen zu können, der auch in diesem Jahr von der VR-Stiftung der Volks- und Raiffeisenbanken in Norddeutschland gespendet worden war. „Angesichts immer neuer Konflikte in der Welt ist jede Maßnahme zu begrüßen, die dem Frieden dient“, erklärte Winter in seiner Festrede und betonte so die Wichtigkeit des Friedensfilmpreises, der dazu beitrage, dass engagierte Filme wie „Shahida – Brides Of Allah“ gefördert werden.

Ein Jahr lang begleitete der Regisseur Uli Kick die Schüler einer 9. Klasse einer Münchener Hauptschule. Für das authentische Bild, das er in dieser Zeit von der Schulklasse zeichnete, verlieh ihm die Schülerjury des Unabhängigen FilmFests den Filmpreis für Kinderrechte. Der Preis wird vom Fachbereich für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Osnabrück gestiftet und ist mit 2.000 Euro dotiert. „Man erfährt sehr viel über die Hauptschüler, ihre Bedürfnisse und Probleme. Dabei ist der Film fesselnd und mitreißend“, konstatierten die jungen Juroren. Aber die Dokumentation hatte auch noch eine andere Wirkung auf die Schüler: „Der Film hat uns zum Nachdenken gebracht und gezeigt, dass vor allem unser Schulsystem verbessert werden muss.“ Regisseur Kick fühlte sich während der Preisverleihung besonders geehrt, den Preis von einer Jugendjury entgegennehmen zu dürfen.

35 internationale Kurzfilme wurden während des 23. Unabhängigen FilmFests Osnabrück gezeigt, den Beliebtesten wählte das Publikum aus. Der mit 500 Euro dotierte Publikumspreis für den besten internationalen Kurzfilm, der von der Studierendenschaft der Universität Osnabrück gestiftet wurde, ging an Felix Stienz für seinen Kurzfilm „Antje und wir“. In dem 12minütigen Beitrag zeigt der Regisseur auf minimalistische Art acht junge Menschen, die von ihrer Beziehung zu Antje erzählen.

„Die gute Resonanz auf das diesjährige Festival hat uns überzeugt, unser Konzept weiter zu verfolgen, dem engagierten Kino in Zeiten des Wandels und der Globalisierung ein Forum zu bieten“, resümierten Birgit Müller und Holger Tepe, die Leiter des Unabhängigen FilmFests. Vor allem die Begegnung des Publikums mit Regisseuren, Darstellern und Produzenten sowie die Diskussionen über vorgestellte Produktionen seien wieder ausgesprochen anregend und fruchtbar gewesen.

PM_FilmFest_Preisträger.doc

doc, 22,5K, 10/13/08, 383 downloads

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