Das FilmFest hat das Glück gefunden

Preisträger


Heinrich Fenne (Volksbank Osnabrück)
Egon Nieser (Arsenal Filmverleih)
Holger Tepe & Birgit Müller (FilmFest)
Betty Schiel
(Lena, Stella, Ümmü und die anderen)

Mit der festlichen Verleihung der Filmpreise ging am Sonntag das 24. UNABHÄNGIGE FILMFEST OSNABRÜCK zu Ende. Den mit 5.000 Euro dotierten Friedensfilmpreis der Stadt Osnabrück erhielt der französische Regisseur Philippe Lioret für seinen Film „Welcome“. Den Filmpreis für Kinderrechte in Höhe von 2.000 Euro durfte die deutsche Regisseurin Betty Schiel für ihren Film „Lena, Stella, Ümmü und die anderen“ entgegennehmen. Zum besten Kurzfilm des Festivals kürte das Publikum die vierminütige Produktion „Der Anner im Himmel" von Philipp Hartmann, der den mit 500 Euro dotierten Kurzfilmpreis gewann.

 


„Philippe Liorets Film „Welcome“ ist ein zutiefst bewegendes Plädoyer für Mitmenschlichkeit und Zivilcourage“, erklärte die Jury des Friedensfilmpreises in ihrer Urteilsbegründung. „Welcome ist ein Film, der mitten in Europa spielt, an der französischen Küste bei Calais. Der 17-jährige Bilal ist Tausende von Kilometern zu Fuß von Irak nach Frankreich gelaufen, um hier den Sprung nach England zu schaffen und seine große Liebe Mina wiederzufinden. Nachdem seine Versuche mit Lkw oder Zug gescheitert sind, kommt er auf die Idee, den Ärmelkanal zu durchschwimmen. Er begegnet dem Bademeister Simon, der sich entschließt, Bilal zu helfen, obwohl er sich damit strafbar macht.
Liorets Film zeigt die Probleme der in der Illegalität lebenden Flüchtlinge. In einer Weise, die das Herz berührt und noch lange im Gedächtnis bleibt, klagt er das System und den Umgang mit Flüchtlingen in Europa an. Er stellt die Zuschauer vor die Frage, ob sie genauso mutig und entschlossen wie Simon handeln würden,“ so die Jury. Der Film kommt am 4. Februar nächsten Jahres in die Kinos.
Heinrich Fenne vom Vorstand der Volksbank Osnabrück eG, freute sich, den mit 5.000 Euro dotierten Preis, der zur Hälfte an die Regie, zur anderen Hälfte an den Verleih des Films geht, Egon Nieser vom Arsenal Filmverleih überreichen zu können. „Es geht uns darum, Toleranz in der Gesellschaft zu fördern, und der Film „Welcome“ ist hervorragend dazu geeignet“, erklärte Fenne in seiner Laudatio. Seit vier Jahren spenden die VR-Stiftung der Volks- und Raiffeisenbanken in Norddeutschland und die Volksbank Osnabrück den Friedensfilmpreis.

Kultur- und Sozialdezernentin Rita Maria Rzyski übergab den Filmpreis für Kinderrechte an die Regisseurin Betty Schiel, In ihrem Film „Lena, Stella, Ümmü und die anderen“ portraitiert sie die Schüler einer Klasse an einer Förderschule für behinderte Kinder in Gelsenkirchen.
„Der Film zeigt auf besonders einfühlsame Art und Weise die Außenseiterrolle behinderter Kinder“, so das Urteil der Schüler-Jury. Überglücklich nahm Regisseurin Betty Schiel den Preis in Empfang, der traditionell vom Fachbereich für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Osnabrück gestiftet wird. „Die Kinder in dem Film haben keine Lobby und keine Zukunft, daher wollte ich ihr Leben in das Blickfeld der Öffentlichkeit stellen“, so Schiel. Bei den jungen Juroren führte der Film zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Gleichberechtigung und Integration behinderter Menschen.

Per Videobotschaft bedankte sich Philipp Hartmann beim Publikum des FILMFESTS, das seinen heiteren Beitrag „Der Anner im Himmel“ zum diesjährigen Kurzfilmpreisträger kürte. Der mit 500 Euro dotierte Preis für den besten internationalen Kurzfilm wurde von der Studierendenschaft der Universität Osnabrück gestiftet.

Für das FILMFEST war die Wahl des Mottos „Glück“ geradezu prophetisch. Die Festivalleiter Birgit Müller und Holger Tepe können auf ein sehr erfolgreiches FILMFEST zurückblicken. Die Eintrittseinnahmen lagen um 30% über denen des Vorjahres und das Feedback von Gästen und Publikum zur Filmauswahl und der Atmosphäre des Festivals war rundum positiv.

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